Die Trockengebiete

 

Dieses Gewächshaus zeigt die Vegetation der tropischen Trockengebiete, die üblicherweise und oft zu Unrecht als „Wüsten“ bezeichnet werden.
Hier sind Pflanzen ausgestellt, die sich an extreme Lebensbedingungen wie Wassermangel, starke Sonneneinstrahlung, heftige Winde, große Temperaturschwankungen angepasst haben. Zu sehen sind beeindruckende Kakteen, großen Euphorbien und andere weniger bekannte Pflanzen, die jedoch ebenso spektakulär und die Highlights auf dem Rundgang sind.
Desweiteren ist hier das Phänomen der „evolutiven Konvergenz“ dargestellt: Unter identischen Bedingungen tendieren unterschiedliche Pflanzen dazu, ähnliche Formen anzunehmen. Aus diesem Grund ähneln sich Kakteen, Eurphorbia und Didieraaceae, obwohl sie von ihrer Evolution und Geographie her weit voneinander entfernt sind. Dieselbe Konvergenzerscheinung ist auch zwischen den amerikanischen Agaven und den afrikanischen Aloes zu beobachten.

Die Pflanzen aus den ariden Milieus Amerikas

Dieser Teil der Ausstellung wurde 2013 komplett umgestaltet. Nach Austausch der Kulturerde und der Installation von neuem Felsgestein wurden mehr als 140 neue Arten gepflanzt. Einige sind ungewöhnlich wie kletternde oder hängende Kakteen. Andere veranschaulichen die große Vielfalt der Dickblattgewächse, der Agaven, der Bromeliazeen, der Sauerkleegewächse oder auch der wasserspeichernden Peperomien sowie anderer Pflanzen, denen es nicht an Stacheln mangelt.
Parallel werden beeindruckende Exemplare wie beispielsweise „Säulenkakteen“ gezeigt.


Die Pflanzen aus den ariden Regionen Afrikas und Madagaskars

Ebenfalls vor kurzem (2014) erneuert wurde dieses Massiv, das einen neuen Fels erhielt, dessen roter Bereich Madagaskar symbolisiert. Hier sind Euphorbienarten, Aloes und andere seltene Arten konserviert. Zu den erwähnenswerten Pflanzen gehören:
-    eine Welwitschia mirabilis: Diese merkwürdige Pflanze stammt aus den Wüsten Namibias und Angolas. Sie besteht aus langen flachsigen Blättern. Diese Art kann in der Natur 2000 Jahre und älter werden!
-    ein Baobab: Der Affenbrotbaum ist der emblematische Baum Madagaskars. Aufgrund des begrenzten Innenraums des Gewächshaus und des geringen Alters des hier angepflanzten Baums kann dieser jedoch keinen so beeindruckenden Stamm entwickeln wie die Bäume, die in der freien Natur wachsen.
-    Didiereaceae (Krakenpflanzen), die es nur auf Madagaskar gibt und die sich durch ihre langtriebigen Blätter und Dornen auszeichnen.
-    vivipare Kalanchoes, die auf jedem Blatt viele junge Pflanzen produzieren, und schnell dichte Kolonien bilden können.

Die Pflanzen Makronesiens

In dieser Vitrine werden die Pflanzen der Insel Madeira, der Kapverden und der Kanarischen Inseln gezeigt. Diese Eilande sind besonders trocken und haben eine ganz besondere Vegetation, mit u. a. vielen „stammbildenden“ Arten. In der Tat gedeihen auf diesen Archipelen zahlreiche dieser Pflanzen mit ihren flachen Rosetten an einem hohen Stiel. Das betrifft vor allem Pflanzen der Gattung Aeonium, die unseren Hauswurzen – nur, dass sie einen Stiel haben! – ähneln. Daneben stehen viele bekannte Pflanzen, wie Glockenblumen, Kochbananen oder Artemisia, die diese merkwürdige Strauchform entwickelt haben.

Die Lithops

In dieser Vitrine sind die Lithops und verwandte Arten ausgestellt, die auch als Lebende Steine bezeichnet werden. Ihre fleischigen paarigen Blätter sind Wasserspeicher. Sie sehen ein bisschen wie Felsgestein aus, eine gute Taktik, um Pflanzenfresser zu täuschen… In Frankreich blühen sie im Herbst, wenn auf der Südhalbkugel das Frühjahr beginnt!


Caudiciforme und pachycaule Pflanzen

Viele Pflanzen unterschiedlicher Familien entwickeln dicke, mit Wasser gefüllte Stiele (Pachycaule), oder einen Caudex, d.h. Verdickungen an der Basis der Blätter. Diese letzte Vitrine zeigt eine interessante Auswahl an Beispiele für „evolutive Konvergenz“ bei Trockenheit.

Die Pflanzen Jemens und Arabiens

Die Arabische Halbinsel besteht im Wesentlichen aus einer großen Sandwüste. Diesmal ist es eine richtige Wüste fast ohne Pflanzen, vom Küstenstreifen einmal abgesehen. Ein Massiv ist also dieser interessanten, an Trockenheit angepassten Diversität von Pflanzen gewidmet. Hier gedeihen einige schöne Euphorbia-Exemplare wie die beeindruckende Arabische Säulenwolfsmilch Euphorbia ammak bzw. endemische Aloe.