Wie können invasive exotische Pflanzen bekämpft werden?

 

Für die Ausmerzung bzw. Eindämmung invasiver exotischer Pflanzen kommen mehrere Methoden infrage:

 

Die biologische Bekämpfung:

Das Prinzip der biologischen Bekämpfung besteht darin, in das befallene Territorium spezielle Räuber der invasiven exotischen Pflanze einzuführen, d.h. Pflanzenfresser (Insekten, Schnecken usw.) oder Parasiten (Pilze, Bakterien). Diese Technik kann sich als sehr wirkungsvoll erweisen, bedarf aber eines umfangreichen wissenschaftlichen Vorlaufs, um die richtigen Räuber zu finden und sich zu vergewissern, dass, wenn sie einmal eingeführt sind, diese keine einheimischen Pflanzen befallen und keine zusätzliche biologische Invasion darstellen! Für die Umsetzung biologischer Maßnahmen sind also erhebliche finanzielle Mittel erforderlich, so dass sie nur bei solchen Arten angewendet werden, die erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Die biologische Bekämpfung ist in Europa noch wenig entwickelt.

Dem gegenüber wurde dieses Verfahren in den DOM-TOM (überseeische Gebiete und Territorien Frankreichs) z.B. bei Rubus alceifolius auf La Réunion oder Miconia calvescens in Französisch-Polynesien erfolgreich angewendet.


Die mechanische Bekämpfung:

Die mechanische Bekämpfung besteht je nach Fall im Ausreißen, Mähen, Ernten, Entfernen oder Abschneiden der invasiven exotischen Pflanze mit Hilfe von mechanischen Mitteln. Wenn diese Methode bei kleinen Populationen früh genug angewendet wird, kann diese Technik sehr wirkungsvoll sein und zur Eliminierung der Art führen. Wenn jedoch die Invasion weiter fortgeschritten ist, wird durch solche Maßnahmen lediglich die Weiterverbreitung der Pflanze temporär eingedämmt. Sie müssen also regelmäßig wiederholt werden, was ziemlich kostentreibend ist.

Darüber hinaus ist es notwendig, eine für die zu bekämpfende Art geeignete Technik zu wählen: wird z.B. das Großblütige Heusenkraut gemäht*, entstehen viele kleine Stielfragmente, die potentiell lebensfähige Stecklinge* produzieren können. Bei dieser Art ist aus diesem Grund ein vorsichtiges Ausreißen vorzuziehen.


Die chemische Bekämpfung: 

Manchmal werden sowohl bei Wasser- als auch Bodenpflanzen Herbizide eingesetzt. Wie bei den mechanischen Maßnahmen sind auch hier die erzielten Ergebnisse oft nur temporäre Teilerfolge, so dass die Behandlung wiederholt werden muss. Problematisch sind aber auch die Auswirkungen dieser Mittel auf die einheimische Vegetation und die Qualität des Wassers und Grundwassers. Im Wasser dürfen nur speziell zugelassene Herbizide verwendet werden, und ihre Anwendung unterliegt strengen Regeln.

Die chemische Bekämpfung ist nur in Verbindung mit anderen Maßnahmen, wie z.B. mechanischen, von Interesse.


Die ökologische Bekämpfung:

Da Störungen und die Verkünstlichung von Ökosystemen vielen invasiven exotischen Pflanzen Vorteile verschaffen, kann eine Wiederherstellung der Milieus zur Eindämmung ihrer Weiterverbreitung beitragen. So wird die Invasion der asiatischen Staudenknöteriche (Reynoutria japonica, R. sachalinensis …) durch die Renaturierung von Auwäldern* und Schwemmland in den Tälern begrenzt, und die Verbesserung der Qualität unserer Wasserläufe bremst die Expansion der Schmalblättrigen Wasserpest (Elodea nuttallii). In gleicher Weise verlangsamt die Einstellung von Brandrodungen* im Departement Pyrénées-Orientales die Expansion des Schmalblättrigen Greiskrauts (Senecio inaequidens), und im Rhônetal wird heute im Kampf gegen Ambrosia empfohlen, Ödland und Sonnenblumen-Monokulturen zu vermeiden.
Allerdings zeigen sich die Ergebnisse dieser Methode erst mittel- oder langfristig, so dass in den ersten Jahren auf andere Überwachungstechniken mit unmittelbarerer Wirkung zurückgegriffen werden muss.


Der Einschluss:

Dieses weitere Bekämpfungsmittel besteht in der Begrenzung der Expansion einer Art außerhalb eines Gebiets, in dem sie akzeptiert ist, entweder, weil ihre Auswirkungen dort gering sind, oder, allgemeiner, weil es nicht mehr möglich ist, dieses Territorium von ihr zu befreien. Es hat den Vorteil eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Beispielsweise ist der Stechginster (Ulex europaeus) auf La Réunion eine invasive exotische Pflanze, die in größerer Höhe wächst. Die Eliminierung dieses Strauchs aus einer Zone, in der er weit verbreitet ist, wäre eine sehr schwierige und teure Maßnahme, deren Ergebnis ein geschädigtes Milieu sein wird. Für die Verhinderung seiner Verbreitung in der noch nicht befallenen Umgebung sind hingegen weniger Mittel erforderlich (Vernichtung einiger einzelner Sträucher), wobei die Natürlichkeit dieser Flächen ebenfalls erhalten bleibt.


Die Vorbeugung:

Die Verhinderung oder Begrenzung der Einführung invasiver exotischer Pflanzen ist die effizienteste und ganz sicher die billigste Methode.

Auch wenn es schwierig ist, sich vor exotischen Pflanzen mit unbekanntem Invasionspotential zu schützen, kann man doch bei invasiven exotischen Pflanzen, die als solche bekannt sind, d.h. die dieses Verhalten bereits anderen Orts gezeigt haben, besondere Vorsicht walten lassen. Allerdings werden diese Pflanzen auch frei gehandelt, zur Verschönerung des öffentlichen Raums bzw. Bepflanzung bestimmter Einrichtungen genutzt oder von Imkern weiterverbreitet!

Internationale Vereinbarungen (Übereinkommen über die biologische Vielfalt oder Rio-Konferenz auf internationaler Ebene; Berner Konferenz auf europäischer Ebene) fordern die Unterzeichnerstaaten auf, Maßnahmen gegen biologische Invasion zu ergreifen, wobei die entsprechenden Gesetze noch in den Kinderschuhen stecken. In Frankreich ist beispielsweise lt. Art. L 411-3 Umweltschutzgesetz, das auf dem Gesetz von Februar 1995 über die Verstärkung des Umweltschutzes basiert, die Einführung von Arten, die nicht einheimisch sind und nicht kultiviert werden, in die natürliche Umwelt verboten. Leider gibt es bis heute nur für das Heusenkraut (Ludwigia grandiflora und L. peploides) einen entsprechenden Erlass, der seine Kommerzialisierung, Verwendung und Einführung in die natürliche Umwelt auf dem gesamten europäischen französischen Territorium verbietet (Erlass vom 2. Mai 2007, Amtsblatt vom 17. Mai 2007).

Die Information und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Gefahren, die mit biologischer Invasion verbunden sind, bleiben das sicherste Mittel, um bestimmte individuellen Verhaltensweisen zu verändern und die wichtigsten Akteure, die an der Weiterverbreitung einer derartiger „Pflanzenpest“ beteiligt sind, zum vorherigen Nachdenken über ihr Handeln anzuregen. Gemeint sind hier Landschaftsgestalter und städtische Grünflächenämter, was Zierpflanzen betrifft, Aquarienliebhaber und Gärtner, was Wasserpflanzen betrifft, und Imker, was Honigpflanzen betrifft.

Schließlich sind frühestmögliche Maßnahmen zur Ausmerzung oder Kontrolle von invasiven exotischen Pflanzenpopulationen zu fördern. Diese umfassen auch die verstärkte Überwachung dieser Arten in der freien Natur.